Bevölkerung Schwedens 1750 bis 1900

Die folgende Arbeit ist ein Versuch, einige Hauptresultate der schwedischen Bevölkerungsstatistik für den Zeitraum 1750—1900 in größter Kürze vorzulegen.

Der begrenzte Raum bewirkt, dass diese Darstellung eine sehr fragmentarische sein muss. Unser Streben ist hauptsächlich darauf Ausgegangen, dass die Tabellen so viel wie möglich für sich selbst reden mögen. Die einleitende Textabteilung gibt nur einige kurze Andeutungen und die notwendigsten Vergleiche mit fremden Ländern.

Auf wichtigere Einzelheiten machen wir in den den Tabellen angefügten Anmerkungen (S. 161 u. ff.), die übrigens noch eine andere Aufgabe haben, aufmerksam. Obschon unsere Tabellen natürlich im großen Ganzen auf die Resultate der offiziellen Statistik gebaut sind, enthalten sie gleichwohl recht viele approximativ bewerkstelligte Korrektionen, wo sich solche als notwendig erwiesen haben — und ebenso eine Menge approximative Ausfüllungen der im Material vorhandenen Lücken. Infolgedessen dürfen Schlüsse aus den hier vorgelegten Ziffern bisweilen nur mit Vorsicht gezogen werden, worüber in den Anmerkungen, so weit der Raum es gestattet, Auskunft gegeben wird.

Über den Wert und die Zuverlässigkeit des Materiales der schwedischen Bevölkerungsstatistik im allgemeinen geben wir — teilweise als Antwort auf eine sich hierauf beziehende vor einigen Jahren veröffentlichte Kritik des berühmten Statistikers Prof. Dr. G. von Mayr in München — auf S.162 einige Aufklärungen.

Die folgende Darstellung — sowohl Text wie Tabellen — ist um größten Teil früheren Arbeiten des Verf. entnommen, die jedoch, als beinahe ausschließlich auf Schwedisch veröffentlicht, nur einer begrenzten Anzahl Fachleute zugänglich sein dürften.

Die für andere Länder, als Schweden, mitgeteilten Daten sind »einen »Apercus Statistiques Internationaux, Dixieme Annee» (Stockholm 1905) oder den Vorarbeiten zum Elften Jahrgange entnommen.

Wie in unseren übrigen Arbeiten, verstehen wir auch hier mit Ost-Europa: Galizien, Bukowina, Ungarn, Russland (ohne Finnland) und die Balkanländer. Von West-Europa scheiden wir Frankreich, Italien, Spanien und Portugal als Südwest-Europa aus; die übrigen Länder bilden Nordwesteuropas. Nordwest-Europa ist also hauptsächlich germanisch, und Südwesteuropa fast ausschließlich romanisch; Ost-Europa umfasst die große Masse slawischen Völker und auch einige andere.

 

170 S., 24,90 EUR

ISBN 978-91-85915-76-7

Zum Autor

Der schwedische Statistiker lebte von 1857 bis 1914. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war er in seinem Heimatland sehr bekannt (was heute wohl kaum einen Statistiker widerfahren würde). Er arbeitet lange in leitender Position für das SCB Statistikamt Schwedens) und leitete die 1913 eingesetzte Emigrationskommission. Die Abwanderung vieler (junger) Menschen beunruhigte viele Zeitgenossen und so sollten die Ursachen dieses Phänomens näher beleuchtet werden.

Als Beilage zum Bericht dieser Kommission verfasste er einen für seine Zeit typisch nationalistisch geprägtes Essay Det svenska folklynnet (in etwas Die schwedische Volksseele). Nicht zuletzt diese kontroverse Schrift begründete seinen hohen Bekanntheitsgrad in Schweden .